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Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin
  • Praxisschliessung
    Hinweis: Wie Sie ihre Krankengeschichte bestellen!
  • 16.12.2014

    die 3 Siebe

    Einst lief Sokrates durch die Strassen von Athen. Plötzlich kam ein Mann aufgeregt auf ihn zu. „Sokrates, ich muss dir etwas über deinen Freund erzählen, der…“ „Warte einmal, „unterbrach ihn Sokrates. „Bevor du weitererzählst – hast du die Geschichte, die du mir erzählen möchtest, durch die drei Siebe gesiebt?“ „Die drei Siebe? Welche drei Siebe?“ fragte der Mann überrascht. „Lass es uns ausprobieren,“ schlug Sokrates vor. „Das erste Sieb ist das Sieb der Wahrheit. Bist du dir sicher, dass das, was du mir erzählen möchtest, wahr ist?“ „Nein, ich habe gehört, wie es jemand erzählt hat.“ „Aha. Aber dann ist es doch sicher durch das zweite Sieb gegangen, das Sieb des Guten? Ist es etwas Gutes, das du über meinen Freund erzählen möchtest?“ Zögernd antwortete der Mann: „Nein, das nicht. Im Gegenteil….“ „Hm,“ sagte Sokrates, „jetzt bleibt uns nur noch das dritte Sieb. Ist es notwendig, dass du mir erzählst, was dich so aufregt?“ „Nein, nicht wirklich notwendig,“ antwortete der Mann. „Nun,“ sagte Sokrates lächelnd, „wenn die Geschichte, die du mir erzählen willst, nicht wahr ist, nicht gut ist und nicht notwendig ist, dann vergiß sie besser und belaste mich nicht damit!“
  • 13.09.2014

    ein Eid, den ich gerne abgelegt hätte !!



    WELTÄRZTEBUND



    DEKLARATION VON GENF


    verabschiedet von der


    2. Generalversammlung des Weltärztebundes
    Genf, Schweiz, September 1948

    und revidiert von der
    22. Generalversammlung des Weltärztebundes
    Sydney, Australien, August 1968

    und revidiert von der
    35. Generalversammlung des Weltärztebundes
    in Venedig, Italien, Oktober 1983

    und revidiert von der
    46. Generalversammlung des Weltärztebundes
    Stockholm, Schweden, September 1994
     
     

    GELÖBNIS
     
     

    Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich:

    mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.

    Ich werde meinen Lehrern die schuldige Achtung und Dankbarkeit erweisen.

    Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben.

    Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein.

    Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren.

    Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten.

    Meine Kolleginnen und Kollegen sollen meine Schwestern und Brüder sein.

    Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung.

    Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlich-keit anwenden.

    Dies alles verspreche ich feierlich und frei auf meine Ehre.

  • 05.10.2013

    ein kleiner Reisebericht : in 80 Tagen um die Welt !?


    10. Juli 2013


    Die Fläddlisuppe würde es nicht sein - aber ein bisschen Proviant kauften wir in Basel am Bahnhof doch; wer weiss, was es später noch zu essen geben würde ( die junge Dame bei Globotrek hatte ja gesagt auf dieser Reise gäbe es vermutlich nicht viel Auswahl ) und ich dachte damals bei mir : ich gehe doch nicht mit der Flädlisuppe auf Weltreise ! 

    Als der Zug einfuhr, sah ich kein Schild für Moskau - tatsächlich morgens um zwei Uhr stiegen wir dann in Hannover in den vorgesehenen Zug ! Und wirklich: kein Essen nirgendwo, wie froh waren wir um den Proviant !
    Die Reise war dann aber so interessant, dass das Essen nicht so wichtig war; die Landschaft zog an uns vorbei gen Osten und wurde immer wilder und auch verlassener. In Brest ( nicht in Frankreich, natürlich ), an der Grenze zu Weissrussland ( vormals UDSSR und damit breitere Schienen als im übrigen Europa ! ) wurde an allen Wagen die Fahrgestelle ausgewechselt, ein Procedere von ca 3 Stunden und total spannend ! Die selbe Geschichte dann an der Grenze Mongolei / China, dann aber nachts....

    In Moskau wurden wir am Bahnhof von einem Guide und dessen Fahrer abgeholt und ins Hotel gebracht ( dies würden wir in allen Stationen dieser Reise bei der Ankunft und Abfahrt erleben; es stellte sich heraus, dass dies sehr angenehm war....in all den Städten und Ländern, in denen wir der Sprache und Schrift nicht mächtig waren, waren es die Menschen auch nicht - in Englisch; die Verständigung war und wäre daher recht schwierig gewesen ! ). 
    Kaum angekommen holte uns Tatjana zur Stadtführung ab : 4 Stunden für den roten Platz ( gar nicht so gross, wie ich dachte ), diverse alte, renovierte Kirchen, Plätze und Strassenzüge mit den entsprechenden Geschichten und Anekdoten ( inklusive, als wir uns näher kamen, deutlichen politischen Einstellungen : da nun Russland Putin gehöre und er das Gesetz sei, könne man nicht umhin, sich die UDSSR zurückzuwünschen ! ) - aber das schöne Ende war dann die Moskauer U- Bahn respektive deren Stationen ! Bauten aus den 20er bis 50er Jahren mit all den Schönheiten bis Schrecklichkeiten ( heroische Darstellungen der Arbeiter - und Soldatenklasse ), wirklich ein Erlebnis.
    Und auch : Moskau ist eine reiche Stadt! Viele junge, schöne Menschen in teuren Kleidern, teurem Schmuck, in teuren Autos....?!

    Die Weiterfahrt im sogenannten Regelzug nach Irkutsk begann nachts um zwölf und würde uns in 4 Tagen durch fast ganz Russland führen. Die Landschaft wurde immer ärmer ( sieht man der Natur an, dass der Mensch, der dort lebt arm ist ? ), aber auch immer rauer; einzelne Höfe, wenig Vieh, viele Bäume ( nicht nur Birken - nur im Film hat es nur Birken in Russland ! ), so vieles für das Auge und die Seele, aber auch Vieles, das nachdenklich stimmt.
    20 Jahre nach der Öffnung scheint das Land noch manches aufholen zu müssen; ich plädiere ja weissgott nicht für die freie Marktwirtschaft, aber dazwischen gibt es ja wohl doch noch Schattierungen! Aus dem Zug heraus scheinen wir an einem sehr armen Land vorbeigezogen zu sein, wir sahen fast nur Hütten, zwar mit Gärten ( viel Kartoffeln ), aber in diesen Häusern würde niemand von uns leben wollen !

    Tatsächlich : das Essen ! Es gab schon einen Speisewagen, aber wir wollen nicht unhöflich sein, es war nicht sehr gut....- aber wir hatten Glück! Jeder Waggon hat zwei Zugbegleiterinnen, eine für die Nacht und eine für den Tag, und unsere für den Tag kochte ausgezeichnet; einfache, gute russische Küche. Keine  Flädlisuppe - ich sagte es doch !

    Irkutsk selbst war ein bisschen schwierig, weil wir 4 Tage dort waren, die Stadt nicht sehr viel Touristisches bot und der Besuch am Baikalsee ( dem grössten See auf Erden ) nicht die assoziierte Fahrt auf dem See bot. In der Stadt und dem See hatten wir wieder Führungen, die inhaltlich gut waren, aber die Gespräche wie sie sich mit Tatjana ergaben, entstanden nicht.

    Dann ging es weiter nach Ulan Bator, Hauptstadt der Mongolei. Wir wurden von einem jungen Mann abgeholt, der astreines Züridütsch  sprach ( - er hatte 7 Jahre in Meilen gewohnt ) und uns sein junges, freies Land sehr ans Herz legte. Auch hier gab es viel Zwiespältiges !

    Wir übernachteten in einem Jurtencamp in einem Nationalpark - und fühlten uns an die Schweizer Alpen erinnert ! Eine wundervolle, vielfältige Landschaft, eine entspannte Ruhe. Die Menschen, die uns in den Jurten halfen und die uns kochten waren von einem besonderen Schlag, hatten eine innere Gelassenheit und einen Frieden !

    Überhaupt die Schweiz : im Zug reisten wir, insgesamt 4 Paare aus der Schweiz ( Luzern, Goldau, Basel und wir ), mit verschiedenen Reiseplänen, die sich allenthalben immer wieder fanden! Zum Beispiel hier im Camp ! Und was wirklich toll war : wir verstanden uns gut, hatte spannende und lustige Unterhaltungen und mussten einander nicht ausweichen !

    Weiter ging es nun im nächsten Zug nach Peking. Anderer Zug, anderer grouve, andere Zugbegleiter - alles anders, klar!!!? Inklusive Essen, Schlafen, Toilette....
    A propos schlafen : hart wars - überall; für alte Knochen nicht so leicht.....manchmal auch eng, in China dann auch nicht mehr alleine, sondern mit Anderen ( immer mit Frauen, da in China unverheiratete Frauen und Männer nicht zusammen übernachten dürfen...!!), manchmal warm, aber eigentlich immer saukalt ! Die Klimaanlagen waren grässlich ! Bis Amerika waren wir non stop erkältet ( mit allem was dazu gehört ! ).

    Und auch : wir überschritten viele Grenzen, Landesgrenzen. Erlebnisse wie aus schlechten Filmen, mit den verschiedensten Kulissen. Soldaten, Männer und Frauen in Uniformen, mit dem ganzen Gehabe, das dazu gehört, stellten immer wieder die selben Fragen, wir mussten zigmal die gleichen Fragen auf den fast gleichen Formularen beantworten ( die 5 schönen Visas hatten wir ja nur bekommen, nachdem wir ja ebendiese Fragen schon beantwortet hatten ! ). Die Stimmung war jeweils sehr angespannt, fast feindlich ( schlechte Frage : was machen Sie hier ? Eine Reise, was sonst ! ), die Grenze nach China wurde von Märschen und Musik von Beethoven aus verborgenen Lautsprechern und stramm stehenden Soldaten begleiten, nachts um 2 Uhr !

    Peking also : so viele Menschen gibt' s nicht mal am Zürifäscht! Im Bahnhof liefen wir nicht, wir wurden geschoben mitsamt unseren Koffern ( das war eigentlich in ganz China und Hongkong so, Menschen wohin das Auge reicht, aber immer in Ruhe, ohne Stress und Schubserei, ausser es kam eine Schranke, da ist der Chinese plötzlich nervös und schiebt und drückt und drängelt ).
    Und auch :  im Nebel ( oder ist es Smog ? Nebel ist mir lieber, schliesslich regnet es auch ein wenig...). Am nächsten Tag ist die verbotene Stadt angesagt, im Sonnenschein wäre es wohl unerträglich schön gewesen ! Es hat uns echt beeindruckt, alles in China scheint gross und mächtig, aber die Ornamente an den Bauten sind alle so fein und zart. Der Tienanmenplatz und Platz des Himmlischen Friedens ist dann das Soldaten - und Polizistenhighlight. Wir sind ja einem kommunistischen Staat, mit Einheitspartei und  allem Drum und Dran - oder ?  Und all die teuren Autos und Kleider und Schmuck, wo gehören denn die hin? Ein paar Strassen weiter ist ja die Armut schon wieder da ! 

    Von Kai Strittmatter geklaut : ' Konsumismus'  ist die chinesische Kombi aus Kommunismus, Kapitalismus und Konsum, eine neue, ganz eigene chinesische Variante !!!!

    Die Grosse Mauer am nächsten Tag in schönstem Sonnenschein ! Wieder ganz überwältigt, ob dieser Mächtigkeit, die ja auch Macht bezeugt !

    Die Zugreise in China ist anders, nicht zuletzt der Landschaft wegen, die vorbei zieht. Unzählige Reisfelder in den verschiedenen Wachstums- uns Reifephasen, viele Menschen, die an der Arbeit sind, viele Höfe, Dörfer und Siedlungen, viel Natur, gepflanzte Bäume ( Mao hatte die Spatzen töten lassen - sie galten als Ungeziefer - , worauf die Insekten die Bäume leer frassen und diese alle starben, am Ende starb der Mensch auch....offenbar zwischen 30 und 50 Mio, am Ende war das Land kahl; da mussten wieder Bäume gepflanzt werden, also sieht man überall Pappeln über Pappeln, die wachsen vermutlich am schnellsten ! ) oder auch sonst gewachsene; ganz anders als in Russland.

    Weiter nun nach Gulin, die Stadt am Flusse Li, mit diesen ganz typischen angrenzenden Hügeln. Ein schöner Tag und auch eigentlich das Ende der chinesischen Etappe.

    Weil Hongkong gehört noch nicht ganz zu China und ist auch ( noch ) nicht wirklich chinesisch.
    Wirklich, hier spricht man englisch; wieder eine neue Variante der chinesischen Politik.
    Ich hatte zu Beginn einen Schock und wäre am liebsten wieder nach Hause gefahren : hier dreht sich alles, aber auch wirklich alles nur um's Shoppen ! Jedes Haus eine Shopping-Mall. Wieviele Cartier/ Omega/Gucci etc Läden braucht ein Mensch, wieviel kann man kaufen, bevor man zusammenbricht ? Da wir aber 8 Tage auf unseren Frachter warten mussten, blieb uns nichts anderes übrig; wir fanden dann doch noch Orte des Gefallens....!

    Dann die nächste Etappe : der Kontakt mit dem Agenten für das Frachtschiff Evercharming klappte bestens und wir schifften am 9. August ein. Wir waren die einzigen Gäste und bekamen die sogenannte Eignerkabine ( das ist eine eigentliche Suite mit Wohnzimmer und Schlafzimmer, fast fehlte uns die kleine, enge Kabine der Horncliff vor 5 Jahren ), die Crew bestehend aus Philippinen, die Offiziere Deutsche. Dies bescherte uns 2 Wochen deutsche Küche, nicht wirklich unsere Wahl....!

    Diese Fahrten sind so schön, weil sie so viel Ruhe bergen, einen Rhythmus, den man sich schon bald irgendwie kreiert, weil der Mensch ja Rhythmen braucht....
    Also : da sind die Mahlzeiten, dazwischen die Gänge auf die Brücke, das Studium der Seekarten, die Spaziergänge zum Bug ( Evercharming ganze 345 m lang, rundherum fast einen Kilometer, die Jamaica ' nur ' noch 265 m lang und damit viel angenehmer...wir sind nicht so Technofreaks; das kürzere und kleinere Schiff fährt nicht wie auf Schienen, man spürt es mehr ! ), viel Lesen und Hören, und last but not least : tägliches PingPong-Spielen! 

    Die Querung des Pazifik führt uns bis fast an die Aleuten hinauf ( weil über den Äquator wär' s ja viel weiter gewesen ! da war also nichts mit Hawai....) beim 50 sten Breitenkreis ( und 175 E Längenkreis ) geht's dann wieder runter Richtung Amerika.
    Auch hier begleitete uns nicht das beste Wetter, ein Reiseglück, dem wir leider recht häufig begegneten...aber was soll's, ob man nun drinnen oder draussen liest, ist eigentlich einerlei ! 
    Diese Seereisen sind so schön, dass wir am liebsten Neue planen...!

    Amerika beginnt mit Long Beach von Los Angeles, von wo aus wir am nächsten Morgen, Sonntag ein Auto mieten würden und losfahren. 
    Ich dachte immer, in den USA ein Auto zu mieten, sei wie Brot kaufen - aber nicht an einem Sonntag, auch nicht in den USA! Letzte Lösung war dann der Flughafen von Long Beach, ein echtes 20er Jahre Juwel. Offenbar haben die Amerikaner ihre kürzere Vergangenheit entdeckt; wir haben auf dieser Reise sehr viele schöne Häuser aus dem 20. Jahrhundert in tollem Zustand  gesehen, gut renoviert und nicht verkitscht.
    Mit unserem schwarzen Ford SUV passten wir nun besser in die Landschaft als letztes Jahr in unserem Nissan Cube, und fuhren der Küste entlang gen Norden, auf der Highway 101. Es war so schön, dass ich diese Fahrt jedem empfehlen möchte, der gerne wilde Landschaften sieht, wildes Mehr rauschen hört, gerne an rauen Stränden spazieren geht, schöne kleine Städte sieht, auf Leuchttürme steigt. Aber bitte mit mehr Zeit ! Eine Woche ist zu wenig !
    Die Redwoods alleine sind schon eine Reise wert. Riesige Bäume, unzählige an der Zahl, dieser Geruch im Wald, alle Würze dieser Welt !
    In Seattle kamen wir pünktlich an, um den Wagen zurückzugeben und hatten noch 4 Stunden Zeit, diese Stadt ein wenig anzuschauen. Ein wahrlich krönender Abschluss dieser Westküste !

    Amtrak ! Dies ist ein Erlebnis für sich. Der Normal-USA-Bürger ja fährt nicht mit dem Zug, doch wer sind all diese Leute hier ? Der Zug, zumindest bis Chicago ist eigentlich voll ( vor allem in den Abteilen ohne Schlafwagen ), meist ältere (?) Paare so um 60-70 Jahre, einige gehen die Katze der Tochter abholen, andere zu einem Familienfest, wieder andere haben einfach Zeit, um mit dem Zug zu fahren statt zu fliegen.....als Supplement hat es noch einen Ranger im Zug, der über die Lautsprecher Dinge erklärt, an denen wir vorbeifahren ( geologisches, biologisches, auch geschichtliches ).
    Als wir in unsere Kabine kommen und das obere Bett sehen, haben wir einen hysterischen Lachanfall - so eng war' s noch nie ! Man kann oben nicht mal sitzen ! Die ganze Kabine geht nicht für jemanden mit Platzangst - aber keine Angst, es wird noch enger : im Abteil von Washington nach Miami ist auch noch die Toilette drin ! Das wird für gewisse Leute wohl ein Härtetest !

    Wieder ist die Fahrt vor allem ein ' natürliches ' Highlight ! 
    So viel verschiedene Landschaften, lange Strecken mit riesigen Weizenfeldern, später Fruchtplantagen, so viel verschiedene Kulturen, so viel für das Auge und die Seele ! Manchmal ist es mir fast zu schnell, an so vielen Orte würde ich gerne den Film anhalten und etwas geniessen und erst dann wieder weiterziehen....
    In Washington haben wir 2 Stunden Aufenthalt und weil der Bahnhof mitten in der Stadt und nahe des Capitol liegt - nichts wie hin ! In dieser Stadt wird wohl nur geflüstert, alle tragen Anzug und Krawatte oder Deux Piece, die Autos säuseln nur....
    schön war's....

    Das Hotel in Miami ist neu und hip, am anderen Morgen aber : ein Leitungsbruch - und wir gehen mit fettigem Haar und auch sonst nicht ganz sauber nach Miami Beach ! Niemand kennt uns hier - alles egal - so oft sind wir ja nicht hier und können auf die Dusche warten....
    weisser Sand, blaue Liegestühle, fast keine Menschen - es ist auch noch früh am Sonntagmorgen ! - in den Kaffe's und Restaurant's wird der Lärm erst später kommen. Wir sehen schöne Häuser aus den 20er Jahren in den verschiedensten Stilen - nicht dass es die Hochhäuser nicht gäbe, aber wir blenden sie fast erfolgreich aus.

    Hier beginnt die letzte Phase, die Reise zurück nach Europa : dies Mal war der Kontakt mit dem Agenten spannender - nichts stimmte, die emailAdressen nicht, die Telefonnummern nicht ganz ( bei der einen : falsch verbunden, bei der andern : bin in Hawai, gebe Ihnen eine neue Nummer ), ich kam schon etwas ins Schwitzen, aber am Ende klappte es doch.
    Am Montagmorgen 9. September dann das Taxi zum Cargohafen, wo uns die Lady an der Schranke anschnauzte, Cruisegäste würden gefälligst an einem anderen Tor erwartet; es dauerte eine ziemlich Weile und einen fast lauten Ton, bis sie endlich glaubte, dass wir auf ein Frachtschiff gehörten.
    Die CC Jamaica lag da und wurde auf amerikanische Art bepackt ( die Unions in Amerika sind so mächtig, dass die gutverdienenden Hafenmitarbeiter hier sehr langsam arbeiten...) und wir nahmen wieder Revier in einer ' Suite ' .
    Die Jamaica erinnert uns nun viel mehr an die Horncliff vor 5 Jahren ( ein sog. Reefer, weil sie Kühlcontainer transportiert, ich weiss nicht mehr wieviel, es werden ca 2500 gewesen sein ), diese fasst ca 4000 Container, die Evercharnig fasste 8500 ; man merkt diesen Unterschied !
    Auch hier ist die Crew philippinisch, aber die Offiziere sind ukrainisch - mal sehen wie das wird !
    Auch hier kochte der philippinische Koch einmal für die Mannschaft und einmal für die Offiziere, aber diesmal nicht deutsch ! Und er ist wirklich sehr anders und kocht eigentlich wie wir zu Hause es tun würden - und es schmeckt und ist abwechslungsreich !
    Das Leben an Bord gestaltet sich wieder gleich, die Tage zerrinnen, man merkt es kaum und schon ist eine Woche um !

    Überhaupt scheint die Zeit, obwohl eine Minute immer 60 Sekunden hat, verschiedene Tempi zu haben ! Bald wird diese Reise vorbei sein und es bleiben die vielen Erinnerungen und Bilder, es bleibt auch die Erfahrung, dass Reisen bildet, weil man sich auseinandersetzen muss und will mit Fremdem, mit Neuem - und das tut sehr gut !

    Wir werden 4 europäische Hafen anlaufen : Le Havre, Antwerpen, Rotterdam und Bremerhaven - und dann ist der 80 igste Tag da !

    Ich wollte ja erfahren ob sie rund sei, unsere Erde; wir haben sie umfahren diese Erde, ob sie wohl rund ist ?

    Ich weiss es immer noch nicht !
    Wir fuhren immer geradeaus, fielen nicht vom Rand, auch nicht in die Hölle, aber rund ?

    aber : im Pazifik haben wir einen Tag geschenkt bekommen, einen Sonntag, mussten vorher und nachher stundenweise zurückgeben, 24 mal, am Ende geht's auf - das ist der einzige Kreis, die einzige Rundung, die ich erfahren habe.....

    Es war eine wundervolle Reise ! Wir haben so vieles gesehen und erlebt, diese Bilder werden uns weiter begleiten und uns immer daran erinnern, dass die Erde noch so viele andere Dimensionen hat ! 

    Man weiss es ja, aber erleben, erfahren ist eben doch anders !

                                                                                                          27. September 2013

    Reiseroute auf Google Maps


  • 05.07.2013

    Weltreise

    meine Weltreise
    die Welt erfahren

    ist sie rund ?

    in wenigen Tagen werde ich losfahren, ostwärts, zuerst mit dem Zug, der Transsibirischen Eisenbahn ( im sogenannten Regelzug ) über den ganzen Kontinent hinweg bis nach Peking, dann im chinesischen Pendant nach Hongkong. Dort geht es mit einem Frachtschiff über den Pazifik, in den USA dann zuerst mit dem Auto die Highway N 1 hinauf nach Seattle und von dort geht es wieder mit der Bahn weiter, der Amtrak via Chicago an die Ostküste, um dort dann wieder mit dem Frachtschiff zurück nach Europa zu fahren.
    so vieles werde ich in meinem Leben wohl nie sehen oder verstehen oder erleben - und das ist gut so !
    aber ich möchte so gerne die Dimension unserer Erde spüren, fühlen, dass sie rund ist, die Endlichkeit als Teil der Unendlichkeit versuchen zu verstehen.
    Am Ende wird wohl vor allem das Erleben der Reise da sein - und ich freue mich auf jeden Moment !